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Rechner / Tipps

10 Tipps für einen höheren Stundensatz

Den richtigen Satz auszurechnen ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist, ihn auch zu bekommen. Diese zehn Punkte machen dabei den Unterschied.

1. Positioniere dich spitz statt breit

«Webdesigner» konkurriert mit zehntausend Anbietern, «Webshops für Schweizer KMU im Lebensmittelhandel» mit einer Handvoll. Je klarer dein Spezialgebiet, desto weniger vergleichbar bist du, und desto weniger diskutiert jemand über deinen Preis. Spezialisierung ist der stärkste Preishebel überhaupt.

2. Verkaufe das Ergebnis, nicht die Stunde

Kunden kaufen keine Stunden, sie kaufen einen funktionierenden Shop, eine Kampagne, ein gelöstes Problem. Sprich in Offerten zuerst über das Resultat und seinen Wert, dann über den Aufwand. Wer nur Stunden auflistet, lädt zum Feilschen um Stunden ein.

3. Nenn deinen Satz zuerst, klar und ohne Entschuldigung

Die erste Zahl im Raum wirkt als Anker. «Mein Satz liegt bei 160 Franken» ist ein Satz ohne Fragezeichen am Ende. Wer stattdessen fragt «Wäre 120 okay?», hat schon verloren. Übe den Satz laut, bis er sich normal anhört, denn er ist normal.

4. Erhöhe jährlich, bei Neukunden zuerst

Teuerung, Erfahrung und bessere Referenzen rechtfertigen jedes Jahr eine Anpassung. Der schmerzfreie Weg: Neukunden zahlen ab sofort den neuen Satz, Bestandeskunden mit Vorlauf von zwei bis drei Monaten ab dem nächsten Projekt. Wer fünf Jahre nie erhöht, hat real gegen 10 Prozent Lohnkürzung akzeptiert.

5. Biete Pakete für wiederkehrende Arbeit

Retainer und Paketpreise (z. B. «Website-Betreuung: 12 Stunden pro Monat für 1'900 Franken») glätten deine Auslastung und entkoppeln den Preis von der einzelnen Stunde. Für den Kunden ist es Planbarkeit, für dich sind es verkaufte Stunden, bevor der Monat beginnt.

6. Rabatt nur gegen Gegenleistung

Ein Nachlass ohne Gegenleistung ist eine Preissenkung mit Ansage, denn er wird zur neuen Basis. Tauschbar sind: Vorauszahlung, garantiertes Volumen, flexible Termine, eine Case Study mit Namensnennung. «10 Prozent weniger gegen 50 Prozent Anzahlung und Testimonial» ist ein Deal, «10 Prozent weniger, weil gefragt wurde» ist ein Muster.

7. Leerlauf gehört in den Satz, nicht in dein Portemonnaie

Akquise, Admin und Flauten sind Betriebskosten deines Geschäfts. Sie gehören einkalkuliert (im Rechner ist das der Ausfall-Regler), nicht heldenhaft geschluckt. Wer Leerlauf nicht einpreist, subventioniert seine Kunden mit unbezahlter Arbeitszeit.

8. Sag teuren Projekten mit schlechtem Bauchgefühl ab

Der Kunde, der schon in der Offertphase um jeden Franken kämpft, kämpft später um jede Rechnung. Jedes Ja zu einem schlechten Projekt blockiert Kapazität für ein gutes. Ein höflich abgelehnter Auftrag ist oft der profitabelste Entscheid des Monats.

9. Schreib Offerten mit klarem Scope

Der grösste unsichtbare Satz-Killer ist Scope Creep: «Kannst du noch schnell...» Definiere schriftlich, was drin ist, was nicht, und was Änderungen kosten (dein normaler Satz). Zwei Korrekturrunden inklusive, ab der dritten nach Aufwand: Ein Satz in der Offerte spart dir zwanzig Gratisstunden im Projekt.

10. Kenne den Markt, aber kopiere ihn nicht

Richtwerte nach Branche und Region zeigen dir den Rahmen, mehr nicht. Dein Satz muss zu deiner Kalkulation passen, nicht zum billigsten Anbieter auf einer Plattform. Wenn dein sauber gerechneter Satz über dem Marktschnitt liegt, ist das kein Fehler, sondern eine Positionierungsaufgabe (siehe Tipp 1).

Und was ist dein Satz? Rechne es aus, bevor du verhandelst: zum Stundensatz-Rechner